Unterkunfts-Guide

Wo in Wien übernachten

Innere Stadt bekommt alles Prestige. Mariahilf ist für die meisten Besucher die bessere Wahl. Alle 5 Viertel, klar aufgeschlüsselt.

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Hans Weber Central Europe Travel Guide

01

Innere Stadt

Der historische Kern. Lohnt sich, wenn der Aufenthalt kurz und kompakt ist.

Luxus $180-$650/night

Der Stephansplatz ist das Zentrum von allem. Graben und Kohlmarkt, die beiden Hauptfußgängerzonen, verlaufen westwärts vom Dom Richtung Hofburg. Die Kärntner Strasse führt südwärts zur Staatsoper. Man läuft innerhalb von 20 Minuten von der Hofburg zum Burggarten, von der Oper zur Albertina. Das ist das Argument. Die Gegenseite: Touristendichte ist real. Der Graben ist ab 10 Uhr morgens voll und bleibt es bis 21 Uhr. Restaurants in Gehweite des Stephansplatzes zahlen doppelt für Miete und verrechnen das. Wer die Peterskirche und die Spanische Hofreitschule sehen will und dann weiterzieht, ist die Innere Stadt ideal. Wer 5 Nächte plant, wird von der Tourismusmaschinerie mürbe. Preise spiegeln die Lage. Budget gibt es hier nicht.

Ideal für
Kurztrips 1-3 NächteErstbesucher mit TopbudgetOpernbesucherAlle, die alles zu Fuß sehen wollen
Gehzeiten
  • St. Stephen's Cathedral 3 Min.
  • Naschmarkt 15 Min.
  • Vienna International Airport 16 Min.
Meiden, wenn: Der Aufenthalt dauert länger als 4 Nächte. Touristendichte mürbt auf Dauer, und die Restaurants in Gehweite liefern nicht das, was man für den Preis erwartet.
Insider-Tipp: Vom Stephansplatz südwärts zum Franziskanerplatz laufen. 5 Minuten und 40 Euro weniger pro Hauptgang. Gleiche Qualität, ein Bruchteil der Touristendichte.

Budget options virtually absent. Mid-range starts at $250.

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02

Mariahilf / Naschmarkt-Viertel

Wo Einheimische Erstbesuchern tatsächlich empfehlen zu übernachten. Mittelklasse, gut angebunden.

Mittelklasse $100-$250/night

Der Naschmarkt erstreckt sich auf 1,5 Kilometer entlang der Linken Wienzeile von der Kettenbrückengasse bis zum Karlsplatz. Samstagvormittage sind das beste Gratisprogramm Wiens: 120 Stände, frische Produkte, Streetfood und ein Antiquariatsviertel am südlichen Ende. Die U4 am Bahnhof Kettenbrückengasse bringt einen in 4 Stationen zum Stephansplatz. Zu Fuß sind es 15 Minuten. Die Mariahilfer Strasse, eine der längsten Einkaufsstrassen Österreichs, verläuft nördlich davon. Schleifmühlgasse und Fillgradergasse haben das beste Restaurantangebot des Viertels. Preise liegen 30 bis 40 Prozent unter der Inneren Stadt für gleichwertige Unterkunft. Die Lage ist logistisch für fast alles besser: Kunsthistorisches Museum ist 12 Gehminuten entfernt, Westbahnhof für Zugreisende in 15 Minuten zu Fuß. Das Viertel ist das intelligente Mittelfeld.

Ideal für
Erstbesucher mit normalem BudgetGastronomiefansKulturorientierte ReisendeAlle, die Wert auf gute Anbindung legen
Gehzeiten
  • Naschmarkt entrance at Kettenbrückengasse 2 Min.
  • Stephansplatz 15 Min.
  • Kunsthistorisches Museum 12 Min.
Meiden, wenn: Der Prater oder das Belvedere sind das gesamte Tagesprogramm. Die U4 macht einen Umweg. Nicht fatal, aber etwas umständlicher als von Leopoldstadt.
Insider-Tipp: Der Antiquariatszug des Naschmarkts samstags läuft von der Kettenbrückengasse bis circa Rechte Wienzeile 10. Früh hingehen, vor 10 Uhr, wenn die besten Stücke noch da sind.

Best value-to-location ratio in the city.

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03

Leopoldstadt

Das Kanalbezirk. Erschwinglich, schnell im Zentrum, wirklich lebendig.

Mittelklasse $80-$180/night

Leopoldstadt liegt auf der anderen Seite des Donaukanals vom 1. Bezirk. Die Praterstrasse führt nördlich vom Schwedenplatz Richtung Praterstern und den Prater. Vor fünf Jahren war das der Budget-Fallback, den niemand wollte. Jetzt ist es das angesagteste Viertel außerhalb des Rings. Karmelitermarkt samstags ist das Pendant zum Naschmarkt, kleiner und lokaler. Die U1 am Bahnhof Schwedenplatz bringt einen in 3 Stationen zum Stephansplatz, unter 8 Minuten. Der Prater mit dem Riesenrad ist 12 Gehminuten östlich. Zimmer starten um 80 Euro die Nacht, was für Wien ein anderes Preisgefüge öffnet. Restaurants und Kaffeebars entlang der Praterstrasse und Darwingasse haben ein Angebot, das mit dem der Innenstadt konkurriert. Das Viertel hat Charakter und Dynamik ohne den Touristenstau.

Ideal für
Budgetbewusste ReisendeFoodie-ReisendeWiederholungsbesucherAlle, die das echte Wien sehen wollen
Gehzeiten
  • Schwedenplatz (1st District border) 10 Min.
  • Stephansplatz 8 Min.
  • Prater park entrance 10 Min.
Meiden, wenn: Die Ringstrassen-Museen sind das gesamte Programm. Die U-Bahn-Verbindung von Leopoldstadt dahin fügt eine Umsteigestation hinzu.
Insider-Tipp: Der Donaukanalweg (Treppelweg) zwischen Schwedenplatz und Schottenring ist von Mai bis September mit Strandbar-Betrieben gesäumt. Abendspaziergang am Kanal, dann zurück durch das Viertel.

Lowest prices with direct U1/U2 access to the center.

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04

Josefstadt / Alsergrund

Alt-Wiener Wohnviertel für Bildungsbürger. Null Touristen. Man fühlt sich sofort wie ein Einheimischer.

Mittelklasse $90-$200/night

Der 8. und 9. Bezirk bilden den akademischen und professionellen Gürtel nordwestlich des Rings. Die Josefstädter Strasse und die Florianigasse sind von Kaffeehäusern gesäumt, die seit Jahrzehnten nicht für Instagram renoviert wurden. Das ist der Punkt. Das Rathaus ist 15 Gehminuten südlich. Das Kunsthistorische Museum liegt 20 Minuten zu Fuß. Universitätsklinikum und Allgemeines Krankenhaus dominieren das östliche Alsergrund, was dem Viertel eine ruhige, institutionelle Atmosphäre gibt. Restaurants auf der Josefstädter Strasse bedienen eine Stammklientel ohne Touristenaufschlag. Die Lerchenfelder Strasse im 8. Bezirk hat das jüngere Angebot. U2 am Bahnhof Rathaus oder U6 am Josefstädter Strasse bringen einen in 10 Minuten ins Zentrum. Für Besucher, die Wien so erleben wollen, wie es für 99 Prozent der Einwohner aussieht.

Ideal für
WiederholungsbesucherKaffeehausliebhaberRuhige Abende gewünschtAlle, die Wien jenseits der Touristenzonen erleben wollen
Gehzeiten
  • Rathaus 10 Min.
  • Museumsquartier 6 Min.
  • Naschmarkt 20 Min.
Meiden, wenn: Der Prater oder die östlichen Museen stehen täglich auf dem Programm. Transit von hier dahin ist umständlich.
Insider-Tipp: Café Hummel auf der Josefstädter Strasse 66 ist das Lehrbuch-Wiener Kaffeehaus. Zeitung lesen, Melange, Apfelstrudel. Kein Touristenzuschlag, kein Eintrittsticket.

Excellent value. Boutique options available in converted apartment buildings.

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05

Landstraße / Belvedere

Ruhig, wohnlich, 5 Minuten von einem der besten Schlösser Europas.

Mittelklasse $100-$220/night

Der 3. Bezirk ist Wiens unterschätzteste Basis. Der Rennweg verläuft südöstlich vom Ring an den Belvedere-Gärten vorbei, einer der besten kostenlosen Spaziergänge der Stadt zu jeder Stunde. Die Landstraßer Hauptstrasse ist die Hauptverkehrsader, mit einer dichten Auswahl an Supermärkten, Bäckereien und lokalen Restaurants ohne Touristen-Aufschlag. Das Untere Belvedere ist 10 Gehminuten von den meisten Unterkünften im Kernbereich entfernt. Die U3 am Erdberg oder Rochusgasse verbindet in 3 Stationen mit dem Stephansplatz. Das Viertel ist ruhig, sicher und hat eine Bodenständigkeit, die den Touristendistrikten fehlt. Preise liegen 25 bis 35 Prozent unter der Inneren Stadt für vergleichbare Qualität. Für Besucher, die das Belvedere als Hauptziel haben und Wien ansonsten entspannt erleben wollen.

Ideal für
KunstinteressiertePaareWiederholungsbesucherAlle, die Ruhe und gute Anbindung kombinieren wollen
Gehzeiten
  • Upper Belvedere 5 Min.
  • Stephansplatz 8 Min.
  • Vienna International Airport 16 Min.
Meiden, wenn: Der Naschmarkt und der 6. Bezirk sind die gesellige Basis. Der Weg dorthin dauert 25 Gehminuten oder eine U-Bahn-Verbindung.
Insider-Tipp: Die Belvedere-Gärten bei Abenddämmerung besuchen. Sommer bis 21:30 Uhr geöffnet, Garteneingang frei. Letztes Licht auf dem Schloss, dann kaum jemand mehr da.

Good mid-range availability. Strong airport transit option.

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Welches Viertel empfiehlt sich für Erstbesucher in Wien?

Mariahilf, konkret die Blöcke rund um den Naschmarkt, ist die richtige Standardwahl für Erstbesucher. Man ist 15 Gehminuten oder 4 Minuten per U4 vom Stephansplatz entfernt, von guten Restaurants auf der Schleifmühlgasse und Fillgradergasse umgeben und zahlt 30 bis 40 Prozent weniger als in der Inneren Stadt. Die Innere Stadt ist besser für Besucher mit sehr engem Zeitplan und hohem Budget. Leopoldstadt ist besser für Reisende mit etwas Wien-Erfahrung, die das echte Stadtleben suchen.

Welches ist das günstigste Viertel in Wien ohne Qualitätseinbußen?

Leopoldstadt. Zimmer starten bei 80 Euro pro Nacht, und die U1 bringt einen zum Stephansplatz in unter 8 Minuten. Der 2. Bezirk hat sich in den letzten fünf Jahren stark entwickelt: Karmelitermarkt samstags, Restaurants auf der Praterstrasse und Darwingasse, Kanalufer mit Strandbar-Atmosphäre im Sommer. Josefstadt und Alsergrund sind vergleichbar günstig, aber weiter vom touristischen Kern entfernt. Landstraße/Belvedere bietet das beste Preis-Lage-Verhältnis für Besucher mit dem Belvedere als Hauptziel.

Ist Wien nachts sicher zum Spazierengehen?

Ja, nach europäischem Hauptstadtmaßstab. Innere Stadt und Mariahilf haben samstäglichen Junggesellenabschieds-Lärm, aber nichts, was ein Sicherheitsproblem darstellt. Leopoldstadt rund um den Praterstern-Bahnhof kann abends unruhig wirken, ist aber keine Gefahrenzone. Alle 5 Viertel in diesem Guide sind zu Fuß sicher nach Mitternacht. Wiener Öffis fahren bis 0:30 Uhr und dann als Nachtlinien. Das Taxi ist selten nötig.

Wo übernachtet man in Wien für den Opernbesuch?

Innere Stadt oder Mariahilf. Die Staatsoper liegt am Südende des 1. Bezirks dort, wo der Ring auf die Kärntner Strasse trifft. Aus der Inneren Stadt läuft man 8 Minuten. Aus Mariahilf sind es 15 bis 20 Minuten auf der Rechten Wienzeile oder 4 Minuten mit der U4 bis Karlsplatz. Wer öfter in die Oper geht, ist mit Mariahilf finanziell besser gestellt. Leopoldstadt ist machbar aber umständlicher: U1 bis Stephansplatz, dann zu Fuß oder U2.

Wie weit im Voraus sollte man ein Wiener Hotel buchen?

Für Hauptsaison (Mai, Juni, September, Dezember) 8 bis 12 Wochen im Voraus. Die Stadt füllt sich während der Wiener Ballsaison (Jänner bis März), beim Donauinselfest im Juni (3 Tage, 3 Millionen Besucher) und in der Weihnachts- und Silvesterwoche. Jänner bis März ohne Balltermin und Oktober bis November sind am unkompliziertesten für kurzfristige Buchungen. Leopoldstadt und Josefstadt sind weniger preisempfindlich als die Innere Stadt, aber auch dort füllt sich alles in der Hochsaison.




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Geschrieben von

Hans Weber

Central Europe Travel Guide bei HotelsVetted

Hans is a Munich-based hotel writer who has reviewed properties across the German-speaking world and beyond. He is particularly good at finding hotels that feel locally rooted rather than generic, and he has very little patience for overpriced city-center tourist traps.