Unterkunfts-Guide

Wo in der Schweiz übernachten

Fünf Gebiete, eine ehrliche Einschätzung. Kein Hochglanzprospekt. Nur was hilft.

H
Hans Weber Central Europe Travel Guide

01

Zürich Old Town (Altstadt)

Die beste urbane Basis in der Schweiz. Punkt.

Luxus $190-$420/night

Die Altstadt liegt auf beiden Seiten der Limmat, fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof. Das Niederdorf auf der Ostseite bietet mittelalterliche Gassen, Weinbars entlang der Niederdorfstrasse und mehr Leben am Abend. Die Westseite ist besser für Bahnhofstrasse-Shopping und das Kunsthaus. Beide Seiten bringen dich in acht Minuten zu Fuß zur Seeuferpromenade Utoquai, und mit der Tram in zehn Minuten zu den besten Restaurants in Zürich-West. Preise gehören zu den höchsten in Europa. Unter 180 Dollar bedeutet langer Anfahrtsweg oder Mehrbettzimmer. Der Vorteil: absolute Freiheit. Tür auf, losgehen. Die Niederdorfstrasse wird freitags und samstags nach Mitternacht laut. Leichtschläfer buchen Zimmer zur Zahringerstrasse oder Stussihofstatt.

Ideal für
StädtereisenGeschäftsreisenKultur und Museen
Gehzeiten
  • Zurich Hauptbahnhof 5 Min.
  • Lake Zurich promenade (Utoquai) 8 Min.
  • Kunsthaus museum 7 Min.
Meiden, wenn: Du bist wegen Bergen oder Natur hier. Züricher Preise zahlst du für ein urbanes Raster. Kein Alpenpanorama aus dem Fenster.
Insider-Tipp: Zimmer zur Stussihofstatt oder Spiegelgasse buchen: mitten in der Altstadt, ohne den Lärm von der Niederdorfstrasse am Wochenende.

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02

Genf: Paquis und das Seeufer

International, teuer, lohnenswert. Aber nur wenn Genf wirklich dein Ziel ist.

Luxus $210-$480/night

Paquis liegt direkt nördlich des Gare de Cornavin, Genfs Hauptbahnhof. Frühe TGV-Verbindungen laufen problemlos. Das Viertel ist gemischt: libanesische Imbisse neben Spesenabrechnungs-Brasseries an der Rue de Berne. Zwölf Gehminuten südlich am Quai du Mont-Blanc stehst du am Jet d'Eau und am Fuß des Altstadthügels. Auf der anderen Rhoneseite liegt das Eaux-Vives-Viertel, etwas ruhiger und nah an den Bains des Paquis direkt am See. Eintritt: drei Schweizer Franken. Genf ist die teuerste Stadt in diesem Guide. Unter 200 Dollar bedeutet 15 Minuten Tram bis ins Zentrum. Bist du nur auf Durchreise, bleib lieber in Meyrin nahe dem Flughafen. Bist du wegen des Sees, der Institutionen oder des Essens hier, rechtfertigt Paquis seinen Preis.

Ideal für
GeschäftsreisenTransitverbindungenSeeblick
Gehzeiten
  • Gare de Cornavin 4 Min.
  • Jet d'Eau 15 Min.
  • Old Town (Vieille Ville) 20 Min.
Meiden, wenn: Du willst klassische Schweizer Landschaft. Genf fühlt sich mehr französisch als schweizerisch an. Die Berge brauchen 90 Autominuten.
Insider-Tipp: Die Bains des Paquis am Seeufer kosten drei Franken Eintritt und servieren eines der besten und günstigsten Frühstücke in Genf. Vor 9 Uhr ist noch Platz.

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03

Luzern Stadtzentrum

Der einfachste Einstieg in die Schweiz und der verzeihendste.

Mittelklasse $150-$320/night

Luzerns Altstadt liegt am Nordufer der Reuss, zwei Minuten von der Kapellbrücke aus dem 14. Jahrhundert. Der Bahnhof markiert den westlichen Rand der Altstadt: Züge zum Flughafen Zürich fahren alle 30 Minuten und brauchen 49 Minuten. Luzern funktioniert als Anreise- oder Abreisebasis, ohne einen Tag zu vergeuden. Das kompakte Raster bedeutet: fast nichts ist weiter als 15 Gehminuten entfernt. Schwanenplatz bringt dich in drei Minuten zur Seepromenade, das KKL-Konzerthaus liegt vier Minuten westlich am Ufer. Die Seilbahn auf den Pilatus startet von Kriens, 12 Minuten mit Bus 1 vom Bahnhof. Preise liegen unter Zürich und Genf. Solide Vier-Sterne-Zimmer kosten die meiste Zeit des Jahres 160 bis 250 Dollar, im Hochsommer bis 320. Familien und Schweiz-Erstbesucher verlassen Luzern fast immer zufrieden.

Ideal für
ErstbesucherFamilienTagesausflüge in die Alpen
Gehzeiten
  • Kapellbrucke covered bridge 2 Min.
  • Lake promenade (Schwanenplatz) 3 Min.
  • Lucerne Hauptbahnhof 4 Min.
Meiden, wenn: Du willst abseits der Massen reisen. Die Altstadt ist von Juni bis August schwer überlaufen mit Gruppentouren.
Insider-Tipp: Das Neustadt-Viertel nördlich der Hertensteinstrasse liegt zehn Gehminuten von der Kapellbrücke und kostet etwa 20 Prozent weniger als brückennahe Hotels. Den Unterschied merkt fast niemand.

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04

Interlaken

Der Ausgangspunkt für Jungfraujoch, Paragliding und alles Abenteuerliche.

Mittelklasse $120-$280/night

Interlaken liegt auf flachem Land zwischen dem Thunersee im Westen und dem Brienzersee im Osten, umrahmt von Gipfeln über 3.000 Metern. Die Hauptstrasse Höheweg verbindet Interlaken West und Interlaken Ost in 15 Gehminuten. Ost ist der wichtigere Bahnhof: Züge nach Grindelwald fahren alle 30 Minuten und brauchen 34 Minuten. Die Zahnradbahn auf das Jungfraujoch startet ebenfalls hier. Das Lauterbrunnental teilt sich in die Äste Mürren und Grindelwald. In Interlaken zu übernachten statt oben im Tal spart Geld und gibt mehr Flexibilität, aber du machst die Fahrt von Ost nach Lauterbrunnen mehrfach täglich. Hotels am Höheweg kosten im Sommer 130 bis 280 Dollar. Die Stadt selbst ist funktional, kein Schönheitspreis. Du bist wegen dem, was über ihr liegt.

Ideal für
AbenteuersportJungfraujoch-TagesausflügeGünstige Bergbasislager
Gehzeiten
  • Interlaken Ost station 8 Min.
  • Interlaken West station 7 Min.
  • Lake Thun shore 12 Min.
Meiden, wenn: Du willst Alpendorf-Atmosphäre. Interlaken ist ein Verkehrsknotenpunkt. Bleib in Grindelwald oder Wengen, wenn Charakter wichtiger ist als Erreichbarkeit.
Insider-Tipp: Hotels auf der Ost-Seite buchen. Der Mehraufwand gegenüber West spart dir bei keiner einzigen Abfahrt nach Grindelwald Zeit, kostet dich aber bei jeder etwas Nerven.

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05

Zermatt

Autofrei, Matterhorn-Blick, und kein anderer Ort in der Schweiz ist so wie dieser.

Luxus $250-$580/night

Zermatt liegt auf 1.620 Metern und ist seit 1929 autofrei. Du parkst in Täsch und nimmst den 12-minütigen Pendelzug ins Dorf (alle 20 Minuten, rund 15 Franken Rückfahrt). Das kompakte Zentrum verläuft entlang der Bahnhofstrasse vom Bahnhof südwärts zu den Liften. Die Klein Matterhorn Seilbahn, Europas höchste auf 3.883 Metern, fährt vom südlichen Dorfrand, zehn Gehminuten vom Bahnhof. Der unterirdische Sunnegga-Funicular zum klassischen Matterhorn-Aussichtspunkt liegt sieben Gehminuten vom Bahnhofsplatz. Dorfläden schließen bis 19 Uhr, Restaurants sind teuer. Rechne mit 30 bis 50 Franken pro Person fürs Abendessen, mehr auf terrassenbestückten Aussichtslokalen. Preise bleiben das ganze Jahr hoch. Mindestens 250 Dollar für ein solides Zimmer in der Nebensaison, 400 bis 600 Dollar in Spitzen-Skiwochen im Februar.

Ideal für
SkifahrenWandernMatterhorn-FotografieFlitterwochen
Gehzeiten
  • Klein Matterhorn cable car base 10 Min.
  • Sunnegga funicular entrance 7 Min.
  • Zermatt Bahnhof from village centre 5 Min.
Meiden, wenn: Du bist knapp bei Kasse oder brauchst Flexibilität. Autofrei bedeutet Pendelzüge. Schlechtes Wetter legt alle Lifte im Tal lahm. Keine Ausweichmöglichkeit.
Insider-Tipp: Den kostenlosen Matterhorn-Blick gibt es in Findeln, 35 Gehminuten bergauf vom Dorf. Im Sommer vor 8 Uhr, dann ist das Licht besser und alle anderen Fotografen schlafen noch.

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Viertel Preis/Nacht PreisspanneIdeal fürMountains AccessAtmosphäre
Zurich Old Town $190–$420 City breaks 2h by train Urban, expensive, completely convenient
Geneva Paquis $210–$480 Business and transit 90 min by car International, cosmopolitan, feels more French than Swiss
Lucerne Centre $150–$320 First-timers and families 45 min to Pilatus Classic Swiss, walkable, busy in summer
Interlaken $120–$280 Adventure and Jungfraujoch 20 min by train Functional, high-energy, transit-hub feel
Zermatt $250–$580 Skiing and Matterhorn Already there Scenic, car-free, premium everything
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Wo sollten Erstbesucher in der Schweiz übernachten?

Luzern ist die unkomplizierteste Wahl. Das Zentrum ist so klein, dass du alles zu Fuß erreichst. Die Kapellbrücke liegt zwei Minuten von den meisten zentralen Hotels, Züge zum Flughafen Zürich fahren in 49 Minuten. Die Seilbahn auf den Pilatus fährst du in 12 Minuten mit Bus 1 ab. Kein Kompromiss zwischen Alpenpanorama und Stadtkomfort. Zimmer kosten außerhalb des Hochsommers im Schnitt 160 bis 250 Dollar. Das ist Schweizer Mittelklasse.

Zürich oder Genf für einen Städteurlaub?

Zürich, außer du hast einen konkreten Grund für Genf. Zürichs Altstadt ist überschaubarer, das Tramnetz schneller, der See acht Gehminuten vom Niederdorf. Genf ist größer, internationaler und ohne Auto schwerer zu navigieren. Genf lohnt sich für TGV-Reisende aus Paris, Konferenzteilnehmer nahe dem Palais des Nations oder alle, die gezielt den Genfersee oder die Gastronomie suchen.

Was kostet ein Hotel in der Schweiz pro Nacht?

In Luzern kosten solide Mittelklasse-Zimmer 150 bis 250 Dollar, in Zürich 190 bis 350, in Genf 210 bis 400. Zermatt ist der Ausreißer: 250 Dollar gilt dort als Budgetoption. Schweizweit bedeutet alles unter 130 Dollar eine Jugendherberge, periphere Lage oder beides. Preise steigen in der Skisaison im Februar und von Ende Juli bis August überall im Land.

Interlaken oder Grindelwald als Basis für die Jungfrau-Region?

Kommt auf deine Priorität an. Interlaken kostet weniger (120 bis 180 Dollar Mittelklasse gegenüber 200 bis 350 in Grindelwald) und gibt Flexibilität bei schlechtem Wetter. Dafür kommen täglich 30 bis 45 Minuten Zugfahrt dazu. Grindelwald und Wengen sehen besser aus, fühlen sich alpin an und ersparen dir diese Transfers. Drei oder mehr Nächte in der Jungfrau-Region: ins Tal. Ein Übernachtungsaufenthalt oder ein Tagesausflug: Interlaken ist die smarte Basis.

Wann ist die beste Reisezeit für gutes Wetter und günstigere Preise?

Mai und September sind die besten Monate. Im Mai blühen die Bergwiesen, Wanderwege unter 2.000 Metern sind offen, und das Jungfraujoch ist in Betrieb. Preise liegen 20 bis 30 Prozent unter Juli oder August. September bringt Weinlese-Aktivitäten rund um den Genfersee und klaren Himmel für Bergpanoramen. Mitte Juli bis Mitte August nur mit Buchungen Monate im Voraus. Weihnachten bis Februar ist teuer überall, weil die Ski-Nachfrage nicht nachlässt.




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Geschrieben von

Hans Weber

Central Europe Travel Guide bei HotelsVetted

Hans is a Munich-based hotel writer who has reviewed properties across the German-speaking world and beyond. He is particularly good at finding hotels that feel locally rooted rather than generic, and he has very little patience for overpriced city-center tourist traps.